Jan
28
2012

Taiwan rückt näher an China

Die Taiwan-Wahlen am 14.1.2012 waren eine Richtungsentscheidung. Die Mehrheit der Wähler (52%) entschied sich für die Fortsetzung der Politik der Annäherung an China. China und Hongkong sind mit 42% Anteil am Export die Hauptabsatzmärkte. Die Wirtschaft Taiwans befindet sich in einer guten Verfassung und wuchs nach 11% in 2010 mit 4,8% in 2011. Aber immer mehr Konzerne verlagern ihre Produktion nach China. Das übt Druck auf die Löhne aus. Die soziale Kluft wächst. Trotzdem wird wohl die Öffnung Richtung China weitergehen. Dazu zählen etwa die Aufhebung der Beschränkungen im Schiffs- und Flugverkehr. Zudem dürfen sich seit Kurzem chinesische Firmen an taiwanischen beteiligen und vice versa. (€uro fondsexpress 04/2012)

 

Jan
26
2012

Vortrag: The Sino-Taiwanese Economic Cooperation Agreement

Am Donnerstag, 2.2.2012, 18 Uhr c.t. hält Frau Dr. Winnie King (Uni Bristol) einen Gastvortrag zum Thema

Institutionalization and Regularization – the Sino-Taiwanese Economic Cooperation Framework Agreement and the crowding out of the non-state actor,

die Auswirkungen des 2010 zwischen der VR China und Taiwan geschlossenen Agreements unter den Gesichtspunkten der politischen Ökonomie.

Ort: Raum 30, Abt. für Sinologie und Koreanistik, Wilhelmstr. 133, 72074 Tübingen

Jan
26
2012

The secret document that transformed China

The village of Xiaogang, which , at the height of Maoism in China, wrote up a secrete contract which allowed farmers to keep a portion of the crops they grew. Now, 34 years later, Xiaogang is widely known as the birthplace of rural reform in China. Before the contract, the farmers would drag themselves out into the field only when the village whistle blew, marking the start of the working day. After the contract, the families went out before dawn. It was the same land, the same tools and the same people. Yet just by changing the economic rules – by saying, you get to keep some of what you grow – everything changed. (CDT, 21,1,2012)

Jan
23
2012

2012年中央电视台春节联欢晚会

Wie jedes Jahr bereits seit 1983 wird am Vorabend des chinesischen Neujahrfestes im chinesischen Fernsehen vom Sender CCTV (中央电视台 zhōngyāng diànshìtái) die Neujahrgala (春节联欢晚会 chūnjié liánhuān wǎnhuì) ausgestrahlt.
Sie wird von etwa 700 Millionen Zuschauern verfolgt.

CCTV New Year’s Gala
Diesjährige Gala bei Youtube

Jan
22
2012

Die Fahne der Partei soll ewig wehen

Die Stuttgarter Zeitung berichtet fast ganzseitig über ein Phänomen im Land des blühenden (Früh-) Kapitalismus: Chinas kommunistische Führung schwört ihre Gefolgschaft  mit “Roten Reisen” und einem politisch korrekten Geschichtsbild auf die Zukunft ein.

Dass die Kommunistische Partei jedes Jahr Millionen Kader auf Reisen schickt, um ihnen ein inszeniertes Bild der Vergangenheit zu vermitteln, ist eine Investition in die eigene Legitimität, eine  Art Markenpflege. Seitdem der Patriotismus den Sozialismus als Leitidee abgelöst hat, steht die Geschichte im Zentrum des chinesischen Selbstverständnisses – und nirgends ist die Partei leichter angreifbar als bei ihrer Historie. Kritiker bemühen sich deshalb, das offizielle Geschichtsbild zu erschüttern. Die Darstellungen könnten unterschiedlicher kaum sein. Im Internet und auf Schwarzmärkten kursieren Artikel und Filme, die den Chinesen eine andere Geschichte zeigen. Das hat die Partei zu einer landesweiten Kampagne gegen illegale Veröffentlichungen veranlasst. Nicht zuletzt deshalb erklärte das Politbüro bei einer Klausurtagung die “kulturelle Sicherheit” zur höchsten Priorität.

Ein zentrales Thema im Rahmen der Kader-Fortbildungen ist der berühmte Lange Marsch der Roten Armee, der im Oktober 1934 in der Provinz Jiangxi in Südchina begann und unter der Führung von Mao Tse-tung über 12500 km bis nach Yanan in der mittelchinesischen Provinz Shaanxi führte (Ankunft im Oktober 1935). Dieser äußerst verlustreiche Marsch wurde zum Gründungsmythos der Roten Armee. Heute ist der Ausgangsort Jinggangshan eine Wallfahrtsstätte. Der Revolutionstourismus ist sein wichtigster Wirtschaftsfaktor. Mehr als vier Millionen Chinesen besuchen jedes Jahr den 150.000- Einwohner-Ort. Hauptattraktionen sind Maos ehemaliges Wohnhaus und die Orte berühmter Schlachten. Abends stellen mehr als 600 Schauspieler die Revolution nach. (Stuttgarter Zeitung, 18.1.2012)

Jan
22
2012

Chinesische Neujahrseinkäufe in Europa

In China beginnte das Jahr des Drachen. Das chinesische Neujahrsfest beschert Europas Luxusbranche ein zweites Weihnachtsgeschäft. Am Montag (23.1.) löst in China das Jahr des Drachen das Jahr des Hasen ab. Das Frühlingsfest, mit dem in China das neue Jahr im Mondkalender gefeiert wird, ist für die Chinesen die wichtigste Zeit für Urlaubsreisen, Familienzusammenkünfte und vor allem – Geschenke.  Es wird geschätzt, dass auf chinesische Kunden bereits rund ein Fünftel des globalen Geschäfts mit Luxusgütern entfällt. In Paris und London haben die Luxuskaufhäuser längst chinesisch sprechende Mitarbeiter eingestellt. Im Pariser Kaufhaus Galeries Lafayette sorgt ein chinesischer Kunde im Durchschnitt für mehr als 1000 € Umsatz. Am begehrtesten sind Uhren, Schmuck, Lederwaren, Parfums und Bekleidung für Männer. Wenn man in China sagen kann: “das hier habe ich in Paris gekauft”, bringt das zusätzliches Prestige. Ein Viertel aller Duty-free-Einkäufe in Frankreich ging im vergangenen Jahr auf Chinesen zurück. 2,3 Millionen Chinesen reisten 2010 nach Europa. (FAZ, 21.1.2012)

Jan
20
2012

Autor Yu Jie spricht im US-Exil

Der chinesische Schriftsteller Yu Jie wurde von Polizisten fast totgeprügelt. Im US-Exil bricht er das Schweigen. Wer die Staatsmacht herausfordert, begibt sich in Lebensgefahr. Diese Erfahrung machte Yu Jie, als er einen Tag vor der Verleihung des Friedens-Nobelpreises an seinen inhaftierten Freund Liu Xiaobo im Dezember 2011 verhaftet wurde. Dies geschah wohl, um Yu und andere Intellektuelle zu hindern, sich öffentlich zum Nobelpreis zu äußern. Für Yu’s Verhaftung gab es noch einen zweiten Grund: Er hatte sich in einem Buch über Chinas Premierminister Wen Jiabao lustig gemacht und ihn der Heuchelei geziehen. “Chinas bester Schauspieler”, so hieß sein vor zwei Jahren auf Chinesisch erschienenes Buch.

Seit Langem wird in China die Meinungsfreiheit weiter ab- und die Kontrolle ausgebaut. Die Menschenrechtslage hat sich in China seit 2008 verschlechtert – sagt der amerikanische Botschafter in Peking. Obendrein plane die chinesische Regierung, geheime Verhaftungen zu legalisieren. Im März soll über den Gestzesentwurf entschieden werden, der es der Polizei gestattet, Bürger eigenmächtig bis zu sechs Monate festzuhalten. Nicht in regulären Gefängnissen, sondern wo immer es der Polizei beliebt. (Stuttgarter Zeitung, 20.1.2012)

Jan
20
2012

Landflucht in China

Der anhaltende Boom in China treibt Millionen in die Städte. Jetzt leben erstmals mehr Chinesen in den Städten als auf dem Land – insgesamt sind es laut einer Statistik 675 Millionen. Die rasche Urbanisierung gilt als wichtiger Faktor für das Wirtschaftswachstum. 1980 lebten noch 80% aller Chinesen auf dem Land, um das Jahr 2000 herum nur noch 60%, jetzt sollen genau 51,3% in Städten leben. Das Niveau der USA (82% der Menschen in Städten) oder Japans (66%) hat China aber noch nicht erreicht. Wenn sich der Trend der Massenumsiedlung fortsetzt, können 2020 bereits 60% aller Chinesen in Städten wohnen. Bis zum Jahr 2025 soll das Land 221 Riesenstädte mit mehr als einer Million Einwohner zählen – und acht Megastädte mit mehr als zehn Millionen Menschen. (SpiegelOnline, 19.1.2012)

Jan
20
2012

Vortrag: Taiwan’s 2012 Elections-Strategies and Result’s am 26.1.2012

Am Donnerstag, den 26. Januar um 18 Uhr wird Herr Dr. Günter Schucher vom GIGA Institute of Asian Studies  zum aktuellen Thema der taiwanischen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen vom vergangenen Samstag sprechen:

“Taiwan’s 2012 Elections – Strategies and Result’s

Ort: Raum 30, Abteilung für Sinologie und Koreanistik, Wilhelmstr. 133, 72074 Tübingen

Jan
20
2012

Vortrag: Exploring Heritage Trajectories in Taiwan am 31.1.2012

European Research Center on Contemporary Taiwan (ERCCT) lädt ein zum Gastvortrag am Dienstag, den 31. Januar 2012 in den Raum 30, Abteilung für Sinologie und Koreanistik, Wilhelmstr. 133, 72074 Tübingen: Frau Prof. Ann Heylen, Historikerin vom Institute of Taiwan Culture, Language and Literature an der National Taiwan Normal University wird sprechen zum Thema:

Exploring Heritage Trajectories in Taiwan: The 17th Century

The heritage studies explore the variety of perceptions and world views in the past and the practices through which was engaged with 17th century Dutch material remnants. Sources trace from Dutch and Spanish archival repositories, Qing-time Chinese gazetteers, British consular documents etc.