Chinesische Wirtschaft sucht neues Geschäftsmodell

Durch das Land des Wirtschaftswunders geht ein Ruck. Die Abhängigkeit von den Ausfuhren soll zugunsten des privaten Konsums verringert werden. Die Unternehmen sollen sich von der oft umweltzerstörenden Billigproduktion verabschieden und in Industrien mit höherer Wertschöpfung investieren. Dazu sollen sie ihre Anstrengungen in Forschung und Entwicklung verstärken. Die jüngste Streikwelle hat den Anpassungsprozeß bei den Löhnen, die bisher fast unverändert auf sehr niedrigem Niveau verharrten, beschleunigt. Im Gegensatz zu den Fabrikarbeitern haben Fach- und Führungskräfte in den zurückliegenden Boomjahren z.T. jährliche Gehaltssteigerungen von bis zu 30% erhalten. Diese sehr unterschiedliche Entwicklung der Gehälter und der Löhne  hat zu einer extremen Einkommensspreizung geführt. Die reichsten 10% der Chinesen verdienen heute 23 Mal mehr als die ärmsten 10%.

In China werden die Preise steigen und sich die Exporte verteuern. Dadurch werden die Exportüberschüsse verringert. Der Westen muß sich aber auch auf wachsende Konkurrenz aus China bei höherwertigen Produkten einstellen. (nach Wirtschaftswoche, 12.7.2010)