Aug
16
2010

Massenumsiedlung beginnt

Die chinesische Regierung hat mit der größten Massenumsiedlung seit dem Bau des Drei-Schluchten-Damms begonnen. 330000 Menschen müssen ihre Häuser  in der zentralchinesischen Provinz Hubei verlassen. Mehrere Orte sollen einem neuen Projekt zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung in Peking und weiteren Großstädten weichen. (Quelle Stuttgarter Zeitung, 13.8.2010)

Aug
5
2010

Chinas Mädchenmangel gefährdet die Nation

Nach drei Jahrzehnten Ein-Kind-Politik, die zu massenhaften Abtreibungen von Mädchen führte, hat China einen rapide wachsenden Männerüberhang. Bis 2020 dürfte der Überschuss von Männern im heiratsfähigen Alter 50 Millionen betragen. Dann wird einer von vier Männern keine Frau finden. Das hat Folgen für die chinesische Gesellschaft.

Die Überalterung wird beschleunigt. In zehn Jahren werden ca. 300 Millionen oder 17%  aller Chinesen über 60 Jahre alt sein (2009 nur 14%). Wenn die Politik weitergeführt wird, wird Chinas unausgewogene Bevölkerungsstruktur und Alterung dem Wirtschaftswachstum einen schweren Stoß versetzen.

Die 1979 eingeführte Politik war von Anfang an nur für 30 Jahre geplant. 2010 sollte eigentlich das Jahr der Wende sein. Trotzdem plant Peking, die Ein-Kind-Politik fortzusetzen. Immerhin hat die Regelung das Bevölkerungswachstum bis heute um ca. 400 Millionen Menschen verringert. (Quelle: Stuttg. Zeitung 5.8.2010)

Aug
3
2010

Chinesische Investitionen in Deutschland

Es ist selten, dass chinesischen Unternehmen eine Akquisition im Westen gelingt. Die größte Hürde sind die Behörden im eigenen Land, die ihre Zustimmung geben müssen. Dennoch haben Chinesen schon eine Handvoll Mittelständler in Deutschland gekauft. Auf dem Wunschzettel stehen Unternehmen aus der Autoindustrie, dem Maschinenbau und der Umwelttechnik. Chinesische Unternehmen können ihrer Ansicht nach den übernommenen westlichen Unternehmen viele Vorteile bieten. Dazu zählten etwa finanzielle Mittel für Investitionen, ein Vertriebsnetz in Asien sowie chinesische Produktionsverfahren und neue Produkte. (Quelle FAZ, 2.8.2010)

Jul
27
2010

Chinas Arbeiter fordern mehr Geld und mehr Rechte

Chinas Wirtschaftsboom hat die bitterste Armut von hunderten Millionen Menschen beseitigt. Dafür herrschen in den Unternehmen frühkapitalistische Zustände. In der riesigen Fabrikstadt von Foxconn in Shenzhen gelten für die Arbeiter sehr strenge Regeln: sie dürfen nicht miteinander sprechen. Wer es trotzdem tut, wird bestraft. Viele kennen nicht einmal die Namen ihrer Kollegen im Schlafsaal. In vielen Abteilungen sind Handys verboten. Ohne sie ist das Leben sehr unangenehm, geradezu sinnlos.

Die junge Generation von Wanderarbeitern denkt anders als die Vorgängergeneration und läßt sich nicht mehr alles gefallen. Chinas führender Arbeiterrechtler Liu Kaiming hat ermittelt, dass in den zwei wichtigsten Boomzonen Chinas, dem Perlflußdelta und dem Yangzi-Delta ein durchschnittlicher Wanderarbeiter umgerechnet 190 € verdient. Er arbeitet dafür 66 Stunden die Woche, 120 Überstunden im Monat. Diese beiden Industrieregionen machen nicht einmal zwei Prozent der Landfläche Chinas aus, aber erbringen 40% der Wirtschaftsleistung, über die Hälfte aller Steuereinnahmen und 60% des Exports Chinas. Das meiste davon erwirtschaften Wanderarbeiter. Liu stellt auch fest, dass nach 30 Jahren eines sehr schnellen Wachstums der Wirtschaft noch immer 60% der Chinesen von weniger als fünf US$ am Tag leben.

Prof. Chen Zhiwu sagt, dass die chinesische Regierung mit dem Reichtum arbeitet. Was tut sie damit? Nach seinen Berechnungen haben sich die Einnahmen der Regierung seit 1995 verzehnfacht. während sich die Einnahmen der Bewohner in chinesischen Städten nur etwas mehr als verdppelt haben. (Quelle: DLF, Sendung Hintergrund am 27.7.2010, 18.40Uhr)

Jul
24
2010

Chinas Mandarine

Im Himmel gibt es das Paradies, auf Erden Hangzhou und Suzhou, so lautet ein chinesisches Sprichwort. In der Tat gehört Hangzhou, Hauptstadt der reichen ostchinesischen Provinz Zhejiang, zu den asiatischen Städten mit der besten Lebensqualität. In alten Zeiten hatte Hangzhou zu den bevorzugten Alterssitzen verdienter Mandarine gehört.

Während der Blütezeiten in den verschiedenen Dynastien gehörte China zu den am besten administrierten Grossreichen der Welt. Keine andere Zivilisation vermochte so grossen Menschenmassen über so lange Zeiträume hinweg Frieden und Wohlstand zu besorgen. Dieser Erfolg war im Wesentlichen dem einzigartigen Beamtensystem zu verdanken. Im Reich der Mitte wurde man nicht aufgrund feudalistischer Privilegien, sondern nach dem Absolvieren rigoroser Prüfungen zum hohen Beamten. Dies erklärt auch die traditionell hohe Wertschätzung der Bildung in China. (Quelle FAZ 28.6.2010)

Jul
24
2010

Chinesen kaufen in Japan ein

Chinesen lieben Markenprodukte. Nur in Japan können sie sicher sein, dass sie keine Raubkopien angedreht bekommen. Nicht zuletzt deshalb ist Japan so beliebt bei  Touristen aus der Volksrepublik. Japan verlangte bisher vor der Einreise nach Japan den Nachweis eines Jahreseinkommens von 29000 €. Diese Schwelle ist jetzt auf 7000 € gesenkt worden. In Japan sind die Chinesen die größten Shopper unter den Touristen (Amerikaner geben im Durchschnitt 220 € aus, Taiwaner 620 €, Chinesen 1000 €). Es ist den chinesischen Kunden nicht wichtig, wo die Artikel herkommen, sondern , dass sie für den japanischen Markt hergestellt wurden. (Quelle FAZ, 23.7.2010)

Jul
24
2010

Streikrecht in China

Seit 1982 das Streikrecht aus der chinesischen Verfassung gestrichen worden war, sind Arbeitsniederlegungen zwar nicht verboten , aber auch nicht erlaubt. Es fehlt für Streiks bisher die rechtliche Grundlage. Inwieweit Streiks hingenommen, niedergeschlagen, bekanntgemacht oder verschwiegen werden, hing angesichts fehlender Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit vom Einzelfall und von den damit verbundenen Interessen der Führung ab. Nach den Arbeitsniederlegungen und Selbstmorden von Wanderarbeitern in Kanton will jetzt die Provinz Guangdong das erste Gesetz des Landes zur Regelung von Arbeitskämpfen und Lohnvereinbarungen erlassen. Das als Pilotversuch für ganz China dienende Gesetz könnte noch im Laufe des Jahres verabschiedet werden. Allerdings bleibt abzuwarten, wie das Gesetz in der Praxis umgesetzt werden wird. So gilt seit 2008 ein Arbeitsvertragsgesetz. Arbeitszeiten, Sozialversicherungen, Kündigungen, Abfindungen sind klar geregelt. In allen Provinzen gilt ein gesetzlicher Mindestlohn. Aber viele Unternehmen ignorieren diese Ansprüche und weder die Rechtsprechung noch die Politik springt Gechädigten bei. (Quelle FAZ 23.7.2010)

Jul
12
2010

Abschiedsfeier 2010 Sinologie/ Koreanistik am 16.7.2010

Am Freitag, 16. Juli 2010, um 18.00 Uhr beginnt im Turmzimmer des Schlosses Hohentübingen (Abt. Archäologie, Wendeltreppe im Schlosshof rechts vorn) die Abschiedsfeier des Abschlussjahrgangs 2010 Sinologie / Chinese Studies und Koreanistik. Programm: Eröffnungsrede, Beitrag der Absolventen, Zeugnisverleihung, gemütlicher Umtrunk, Musik: Zhang Jingyu, Pipa          Anmeldung bei anna.ahlers@uni-tuebingen.de, Info: www.alumni-sinko.uni-tuebingen.de/

Jul
10
2010

Chinesische Wirtschaft sucht neues Geschäftsmodell

Durch das Land des Wirtschaftswunders geht ein Ruck. Die Abhängigkeit von den Ausfuhren soll zugunsten des privaten Konsums verringert werden. Die Unternehmen sollen sich von der oft umweltzerstörenden Billigproduktion verabschieden und in Industrien mit höherer Wertschöpfung investieren. Dazu sollen sie ihre Anstrengungen in Forschung und Entwicklung verstärken. Die jüngste Streikwelle hat den Anpassungsprozeß bei den Löhnen, die bisher fast unverändert auf sehr niedrigem Niveau verharrten, beschleunigt. Im Gegensatz zu den Fabrikarbeitern haben Fach- und Führungskräfte in den zurückliegenden Boomjahren z.T. jährliche Gehaltssteigerungen von bis zu 30% erhalten. Diese sehr unterschiedliche Entwicklung der Gehälter und der Löhne  hat zu einer extremen Einkommensspreizung geführt. Die reichsten 10% der Chinesen verdienen heute 23 Mal mehr als die ärmsten 10%.

In China werden die Preise steigen und sich die Exporte verteuern. Dadurch werden die Exportüberschüsse verringert. Der Westen muß sich aber auch auf wachsende Konkurrenz aus China bei höherwertigen Produkten einstellen. (nach Wirtschaftswoche, 12.7.2010)

Jun
29
2010

Deutsch-Chinesischer Freundeskreis: Jour Fixe am 14.7.2010

Der Deutsch-Chinesische Freundeskreis Tübingen trifft sich am Mittwoch, 14.7.2010 um 19.30 Uhr im Salzstadel neben der Jakobuskirche in der Altstadt/ Madergasse zu seinem Jour Fixe. An diesem Abend haben wir einen besonderen Gast, den bekannten Sinologen, Übersetzer und Schriftsteller Peter Hoffmann. Er lebt zur Zeit mit seiner Frau in Taiwan. Sein Besuch in Tübingen gibt uns Gelegenheit, von ihm Interessantes über das bei uns noch wenig bekannte Taiwan (ein kleines China mit erhaltenen Traditionen) zu hören und ihm viele Fragen zu stellen.